Kulinarisches Reisen: Oh, schönes Kopenhagen

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Zwei (oder wenn wir Glück haben auch drei) Mal im Jahr sitze ich mit meinem Freund beim Abendessen und das freudige Thema Urlaub kommt auf. Oder auch leidig –  denn bei einem Abend bleibt es nicht. Mein erster Einwand: Warum in die Ferne schweifen, wenn wir auch so nah ganz tolle Ziele haben. Für den Herrn ist Urlaub aber nur dann Urlaub, wenn er mal rauskommt – so richtig weit eben. Dann gehen die hitzigen Diskussionen mit sorgfältig zurecht gelegten Argumenten los. Ach, es ist ein ewiger Kampf. Meinen Traum vom Urlaub auf einem Bauernhof bzw. einer Alm in den Alpen habe ich bereits als Einzelmission verbucht. Da ist trotz aller Liebe und meiner Begeisterung nichts zu machen.

Genau so einen Abend hatten wir mal wieder vor einigen Wochen. Wo soll es für einen Kurzurlaub hingehen? Als der Herr für die vier Tage gar mit Bali und Thailand ankam, wusste ich auch erst mal nicht, was ich sagen sollte. Da ist man ja fast länger im Flieger als im Urlaub. Das kam mir also nicht in die Tüte. Die Nord- oder Ostsee ist doch auch schön. Und so schön nah. Der Kompromiss: Ostsee klingt gut. Ins Ausland sollte es trotzdem gehen. Und da wir noch nie in Dänemark waren, fiel die Entscheidung letztendlich auf Kopenhagen.

Und Kopenhagen – oh du wunder, wunderschönes Kopenhagen. So weit im Norden war ich – bis auf einige Stunden im Flugzeug auf dem Weg in die USA – noch nie. Und ich bin begeistert. So. eine. schöne. Stadt. Kopenhagen ist unglaublich sauber, hat einen sehr cleanen Style und viel zu bieten.

Allein die Fahrt war schon ein kleines Highlight. Zwar haben wir die Strecke etwas unterschätzt, haben dafür aber einen tollen Einblick in das Land bekommen. Unsere Unterkunft war etwas außerhalb von Kopenhagen in Charlottenlund, weil wir gerne auch etwas Zeit am Meer verbringen wollten.

foodlovemore_landschaft_Kopenhagen am Meer

Eins sei zu Kopenhagen (und bestimmt auch Dänemark im Allgemeinen) gesagt: Billig ist das Ganze nicht. Aber das hatte ich aus den skandinavischen Ländern schon vorher gehört. Das nur nebenbei.

Kopenhagen hat viele, viele schöne Ecken. Was mir super prägend im Gedächtnis geblieben ist, war unser Ausflug auf die Vor Frelsers Kirche (Erlöserkirche). Sagt euch der Name was? Mir auf jeden Fall erst mal nicht, aber als wir davor standen, kam die Erleuchtung. Der Kirchturm war früher nicht nur auf einem Sehenswürdigkeiten Puzzle von mir, sondern hängt auch in der Küche von einer Freundin. Gesehen hat man die kunstvoll gebogene Turmspitze bestimmt schon mal irgendwo.

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Ich habe ja eigentlich keine Höhenangst, aber kurz nach zwei Umdrehungen um die Turmspitze war es bei mir vorbei – höher musste es wirklich nicht gehen. Das war wirklich der reine Wahnsinn. Auf dem 1 Meter breiten Weg, nur ein Gitter vom Abgrund entfernt, so hoch über Kopenhagen zu stehen und die Stadt so frei von oben zu sehen –  da habe ich eigentlich keine Worte für. Das war einfach richtig geil. Mit zittrigen Knien ging es dann wieder runter. Was nicht zu unterschätzen ist: Im Hauptturm drin führt der Weg super schmale und steile Treppen hoch. Ein Zurück zwischendurch ist eher schwer. Ihr solltet es euch also wirklich überlegen, ob ihr rauf wollt. Aber es lohnt sich auf jeden Fall für jeden, der Schwindelfrei ist! 🙂

Der Eintritt kostet übrigens irgendwas um die 45 DKK, wenn ich mich recht erinnere. Das sind dann so um die 6 Euro.
Ach und lasst euch von Schlangen bis zur Tür raus nicht abschrecken, man ist viel schneller oben als man denkt.

Am nächsten Tag haben wir das Tourimäßigste, was es in Kopenhagen gibt, mitgenommen: Die kleine Meerjungfrau. Zwischen den Trauben an Menschen habe ich es dann tatsächlich auch geschafft, ein kleines Foto zu schießen. Also hier – aus reiner Pflicht – die kleine (traurig reinschauende) Meerjungfrau.

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foodlovemore_Botanischer_Garten_Kopenhagenfoodlovemore_Botanischer_Garten_Kopenhagen_draußen

Direkt am ersten Tag haben wir auch den Botanischen Garten mitgenommen. Das Beste: Er ist kostenlos und so kann man im teuren Kopenhagen schon mal ein bisschen Geld sparen. Aber auch alle, die ruhige Orte mit viel Ästhetik mögen: Hier seid ihr goldrichtig. Im Sommer lässt es sich hier bestimmt auch schön picknicken.

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Umzugschaos und das Beste vom Sommer: Pesto-Blume (auch im Herbst lecker)

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Throwback Post. Ohne Internet, ohne Kühlschrank und keine Sitzmöbel (Update: Sitzmöbel gibt es mittlerweile und der Rest ist auf dem Weg, yeahiii) – so sieht es momentan noch bei mir aus. Der Karton mit Messbecher, Schüsseln, Muffinbackblech und – ja, sogar – meinen scharfen Messern liegt schön verpackt bei meinen Eltern zuhause und wartet sehnsüchtig auf den Transport in meine neue Heimat Hamburg. Fast drei Wochen ist es jetzt her, dass ich in einer kurzen Nachmittagsaktion – Möbelshoppen inklusive – in eine kleine, aber niedliche Wohnung eingezogen bin. Seitdem kann ich zwar stolz behaupten, immerhin schon einmal müßig per Hand mein Bett zusammengeschraubt zu haben, allerdings hört es da auch schon auf.
Entsprechend ist schnell zusammengeschnippeltes und wenig aufwendiges Essen gerade mein allergrößter Freund! Allein schon deshalb, weil es nicht wirklich Spaß macht Gemüse oder Sonstiges mit einem einfachen Brotmesser zu schneiden – besonders fotoästhetisch ist das leider auch nicht. Aber ich halte mich mal an einen alten Spruch fest: Was lange währt, wird endlich gut! Nächste Woche kommen meine fehlenden Kartons und dann schaffe ich es hoffentlich auch, einen vernünftigen Tisch mit Stühlen anzuschaffen (mittlerweile geschehen). Die chinesische auf-dem-Boden-sitzen-Variante mag zwar die ersten paar Tage nach dem Einziehen noch einen gewissen Umzugscharme haben, länger dann aber auch wirklich nicht.

Und da in all dem (nicht vorhandenen, da buchstäblich nicht vorhandenen) Chaos mein abendliches Kochritual etwas leidet, habe ich auch nicht wirklich aktuellen Content. Gut also, dass ich noch einige Fotostrecken in meinem Speicher habe, die seit vor meinem Urlaub in Kopenhagen darauf warten, geteilt zu werden. Deshalb gibt es heute mein Lieblingsrezept der letzten Monate und mittlerweile ein Dauerbrenner auf etwaigen Familienfeiern: Pestobrot in Blumenform.

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Warum das eins meiner Lieblingsrezepte ist? So einfach werdet ihr eure Freunde und Verwandte nie wieder begeistern. Außerdem könnt ihr das Brot jederzeit zum Grillen, zur Party oder als Vorspeise zum Dinner mitbringen. Das Ganze lässt sich auf am Vortag super vorbereiten, was ich immer recht praktisch finde.

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